Fasten im Kur- und Gesundheitszentrum Friedborn

Immer mehr Menschen nehmen sich eine Auszeit, um Stress abzubauen. Wie Fasten dabei hilft, die Akkus aufzuladen, erklärt mir Brigitte Greim im Interview. Die Stifterin der Friedborn-Stiftung berichtet außerdem, wie wichtig es in unseren Zeiten ist, gut bei sich zu sein.

Was bewegt Menschen zu fasten? 

Wer fastet, macht Pause. Zu uns kommen viele Führungskräfte, Unternehmerinnen oder Unternehmer, die gestresst, oft überfordert und im wahrsten Sinne des Wortes außer sich sind. Sie fasten, um zu sich zu kommen. Sie beschäftigt: „Bin ich überhaupt noch bei mir? Gestalte ich mein Leben sinnvoll?"

Wer fastet, gewinnt Distanz und einen klaren Blick auf sein Leben. Die Auszeit offenbart häufig: „Jetzt bin ich dran. Ich bin mir als Mensch wichtig."

Das sind starke Erkenntnisse, die Frauen und Männer motivieren und befähigen, privat oder beruflich Festgefahrenes zu verändern und sich innerlich aufzurichten, wenn es im Alltag stürmisch zugeht.

 

Was hilft Menschen, Routinen im Alltag zu verankern, die sie mental und körperlich stärken?

Es gibt viele Dinge, die nicht unserem Einfluss unterliegen. Was wir gestalten können, ist: „Was esse ich?" oder „Wie starte ich bewusst in den Tag?" Wer fastet, lernt, bewusster mit sich umzugehen. Menschen reflektieren, wie sie sich ernähren oder bewegen. Und sie setzen sich mit ihrer inneren Haltung auseinander. Etwa so: „Welche Bedürfnisse habe ich? Wie lerne ich loszulassen?" So ist eine Morgenroutine mit Atem- und Körperübungen hilfreich. 

Es ist gut, bewusst in den Körper einzusteigen. Denn wir nehmen unseren Körper den ganzen Tag mit. 

Wer nach dem Aufstehen warmes Wasser trinkt, dann leicht frühstückt und das Auto stehen lässt, um zu Fuß zu gehen, tut schon viel für sich. 

Auch hilft es, Zeiten für sich alleine zu haben: Raum für Bewegung oder für Stille. Besonders Berufstätige, die im Homeoffice arbeiten, brauchen Rückzug. Wer solche Kraftquellen lieb gewinnt, richtet sich im Alltag gezielt Inseln ein – oder fordert sie selbstbewusst ein. Denn wer bewusst lebt, ist präsent und überdies leistungsfähiger. Das Motto heißt: Vom Muss zur Muße gelangen. Und dazu geben wir Impulse mit angeleiteten Übungen, Kursen, Gesprächen und Themenabenden.

 

Was ist das Wertvolle für den Körper am Fasten?

Wer fastet, verzichtet auf jede feste Nahrung und trinkt nur. Die Leber und das Leben sind nicht nur etymologisch miteinander verwandt. Leben heißt, sich ständig anzupassen. Die Leber kann das auch. Wir essen zu viel, zu süß, trinken zu viel Alkohol et cetera. Irgendwann braucht das Organ Ruhe. 

Die Leber regeneriert beim Fasten ideal. Jede Zelle erholt sich. Der Körper hat jetzt Pause. 

Bewegung an der frischen Luft unterstützt diesen Prozess. Schon vierzehn Tage Auszeit sind eine Quelle der Erholung. Oft verschwinden Gelenkschmerzen oder Fastende erleben, dass sie energiegeladener sind. Wir empfehlen: Fasten Sie zehn Tage und bauen sie anschließend vier Tage lang die Nahrungsaufnahme schonend auf.

 

Was setzt das Fasten unserer schnelllebigen Zeit entgegen?

Lebensqualität. Wer fastet, erlebt: Weniger ist mehr. Wir lernen, den Verzicht zu schätzen, schauen mit anderen Augen auf unser Leben. Manche realisieren, was sie ändern wollen. Andere wiederum erkennen, wie wertvoll das Leben ist - so wie es ist. Seit einigen Jahren werden unsere Gäste jünger. Fasten liegt im Trend. Gesunde Menschen fasten, um sich etwas Gutes zu tun. Das zeigt: Quantität und Leistung verlieren als Motivatoren mehr und mehr ihren Reiz. Lebensqualität, Gesundheit, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit rücken als Werte ins Zentrum. Es geht ums Innehalten und um Lebenssinn. Daraus entsteht oft eine natürliche Sehnsucht danach, sich gesund zu ernähren und gut für sich zu sorgen.

Beim Fasten lernen Menschen, liebevoller mit sich selbst umzugehen. Das heißt aber auch, kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Leckereien locken, die als ungesund gelten. 

Es gibt Leute, die essen Dinge, die ich niemals essen würde. Und sie sind gesund, weil sie kein schlechtes Gewissen haben.

 

Welchen Wert messen Sie dem Fasten in Corona-Zeiten bei?

Gewissermaßen hat unsere Erde mit Corona das Signal gegeben: Ich möchte fasten. Das Virus erlaubt den Menschen, zu sagen: „Jetzt mache ich Pause. Lasst mich in Ruhe." Der erste und auch der zweite Lockdown stimmen nachdenklich. Viele sinnieren: „Will ich so weitermachen? Oder will ich mein Leben ändern?" Oder Menschen verändern ihre Gewohnheiten und steigen etwa auf das Fahrrad um. Aus gutem Grund haben die Fahrradläden 2020 Auftrieb bekommen. 

Es setzt sich die Einsicht durch: „Ich brauche nicht viel, um gut und zufrieden zu leben." 

Und genau hier setzt das Fasten mit der Bewegung an der frischen Luft an. Überdies stärkt es das Immunsystem.

 

Was entgegnen Sie Skeptikern, die sagen: „Warum soll ich fasten, ich möchte mich lieber in einem schönen Hotel belohnen?"

Wer das möchte, soll das unbedingt tun. 

Fasten kann nur, wer das aus innerer Überzeugung will. 

Wer bereit ist, auf feste Nahrung zu verzichten, hat sich oft schon vorher auf die Suche begeben. Aus manchen kritischen Stimmen höre ich auch die Angst, sich auf den Verzicht einzulassen. Wichtig ist: Niemand ist beim Fasten alleine. Viele erfahrene Fachkräfte und unser Fastenarzt begleiten professionell. Vergessen Sie nicht: Eine Fastenklinik ist auch ein Ort der Begegnung und ein Ort für sehr schöne und inspirierende Gespräche. Das ist Nahrung für die Seele.

 

Brigitte Greim ist Stifterin und Vorstand der gemeinnützigen Friedborn-Stiftung, die 2016 errichtet wurde. Ihr Zweck ist es, erlernbare, erlebbare und praktikable Gesundheitsvorsorge- und nachsorge zu fördern. Die Krankengymnastin und Yogalehrerin arbeitete seit 1966 im Kur- und Gesundheitszentrum Friedborn in Rickenbach bei Bad Säckingen, das ihr Vater 1960 gegründet hat. 1985 bis 2016 war sie dort Geschäftsführerin.

 

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