So gut es auch gemeint ist: Lob kann Beziehungen vergiften. Wie Sie Wertschätzung kultivieren, konstruktiv Feedback geben und Ihr Charisma im Umgang mit anderen stärken, erläutere ich in diesem Blogbeitrag.

Der Kitt für ein gutes Miteinander: Kultivieren Sie Wertschätzung

Ob Sie online oder offline in Kontakt treten: Die innere Haltung macht den Unterschied. Begegnen Sie Menschen zugeneigt und wohlwollend, anstatt andere unreflektiert abzuwerten. Stimmen Sie sich positiv auf Gesprächspartner ein. Wer geneigt ist, andere von vornherein in eine Schublade zu stecken, vergrößert Gräben. Deshalb: Fragen Sie sich vor einem Gespräch „Was beherrscht die oder der andere besonders gut?", „Wie trägt sie oder er zum guten Betriebsklima bei?" oder „Wofür bin ich ihr oder ihm dankbar?". So besänftigen Sie Ihren inneren Kritiker. Verinnerlichen Sie Respekt und leben Sie Wertschätzung vor. Das heißt auch: 

Sprechen Sie nicht abfällig über Abwesende, auch wenn Sie meinen, gute Gründe dafür zu haben. Denken Sie daran: Wer mit sich im Reinen ist, kann andere nicht beschmutzen. Klären Sie das, was andere in Ihnen zum Grummeln bringen, direkt, bilateral und konstruktiv. 

Fach- und Führungskräfte, die anderen wohlwollend begegnen, beziehen Kolleginnen und Kollegen in Entscheidungsprozesse ein, legen Hintergründe offen und hören verschiedene Meinungen. Sie nehmen Ängste ernst und geben Kontrolle ab. Denn sie vertrauen und fördern ihre Mitmenschen darin, sich fachlich und persönlich zu entwickeln. Und sie unterstützen eine Feedbackkultur, die Fehler als Entwicklungsschritte anerkennt.

 

Konstruktives Feedback für echte Wertschätzung: Loben Sie nicht

Beherzigen Sie: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut. Führungskräfte bekunden ehrliche Wertschätzung, wenn sie auf Lob verzichten. Ja, genau. Lob kommt von oben herab. Also "sehr schön", "super", "das haben Sie gut gemacht" sind tabu. Die ehrbare Absicht, die dahintersteckt, ändert nichts daran. Profis verkneifen sich überdies ein "aber", mit dem sie ihrem Gegenüber direkt im Anschluss Schwachpunkte servieren. Kritisieren Sie nicht nur, wenn Ihnen etwas gegen den Strich geht.

Benennen Sie greifbar, welche Aufgaben Ihre Leute ausgezeichnet meistern. Und erläutern Sie konkret, was Ihre Mitarbeitenden damit bewirken. Ein Beispiel: „Sie haben gestern offen Ihre Einwände gegen das Projekt formuliert und fundiert begründet. Dadurch haben Sie uns davor bewahrt, die Lage falsch einzuschätzen. Danke." 

Ist negative Kritik unvermeidbar, artikulieren Sie in der Sache klar und kommunizieren Sie freundlich zur Person. Formulieren Sie Ich-Botschaften wie „Ich nehme wahr, dass Sie in der letzten Sitzung unkonzentriert waren. Ich bin nicht sicher, ob meine Informationen bei Ihnen angekommen sind." oder Sie sagen „Ich verstehe, dass die Lage verfahren war. Was konkret schlagen Sie vor, um das Projekt auf Kurs zu bringen?". So halten Sie Ihrem Gegenüber einen Spiegel vor, ohne anzuklagen. Konstruktives Feedback hilft Menschen dabei, persönlich und fachlich zu wachsen. So agieren Führungskräfte als Vorbild für eine wertschätzende Kommunikation, die eine gesunde Gesprächskultur fördert.

 

Perfektionswahn Adieu: Würdigen Sie sich und andere als vollkommen

Wer wertschätzend denkt, fühlt und handelt, würdigt den anderen ganz – unabhängig von dessen Leistung. Der Anspruch auf Perfektion - an sich selbst und andere - impliziert Frust. 

Starke Charaktere sind deshalb vollkommen, weil sie ihre Unvollkommenheit als eine Facette ihrer Individualität akzeptieren. Mit dieser Haltung begegnen sie auch anderen. Also: Stehen Sie zu sich. Und erkennen Sie andere als vollkommen an. Würdigen Sie Ihre Stärken und Ihre vermeintlichen Schwächen als Mosaik Ihrer Persönlichkeit. 

Eifern Sie nicht einem Ideal nach, sondern erkennen Sie sich als vollkommen an. So entsteht Charisma. Menschen, die sich selbst achten, begegnen anderen selbstverständlich wertschätzend. Wer Respekt verinnerlicht, ist erkennbar präsent und lässt sich aufrichtig auf Momente und Begegnungen ein, ohne ständig auf die Uhr zu schauen oder das Smartphone zu checken. Wertvoll ist: Achtsame Zuhörer nehmen wahr, wo es klemmt. Oder sie entdecken, was ihrem Gegenüber Kraft gibt. Glauben Sie an sich und andere. So gestalten Sie eine Verbundenheit, die Ihnen und anderen gut tut. Denn ein gutes Miteinander ist in unserer dynamischen Geschäftswelt wichtiger denn je.

 

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