Bessere Texte schreiben, Texten wie die Profis

Gute Texter, Redakteure, Blogger und Autoren verzichten auf abgedroschene Floskeln und formulieren unverwechselbar. Diese fünf Fragen bewahren auch Sie davor, in die Langweiler-Falle zu tappen.

Warum lohnt es sich, an Texten zu feilen? 

Richtig gute Texte 

  • hauchen Marken Leben ein,
  • erreichen die Menschen, die wirklich zu Ihnen und Ihrem Business passen, 
  • geben Selbstständigen, Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen eine Seele, 
  • stärken die Reputation und 
  • machen ganz einfach Spaß.

Diese Fragen unterstützen Sie dabei, Ihre Texte zielsicher feinzuschleifen.

1. Lähme ich den Lesefluss mit Passivsätzen oder bringe ich Tempo in meinen Text, weil ich aktiv schreibe?

Wer Ross und Reiter benennt, bringt Dynamik in sein Wortwerk. Die Formel 'Subjekt + Prädikat + Objekt = ein Satz' kennt jedes Kind. Sie beim Schreiben konsequent anzuwenden, fällt selbst Erwachsenen schwer. Also: Formulieren Sie aktiv und merzen Sie Passivsätze aus.

Die Frage lautet also: Wer tut was? Eine aktive Sprache bringt treffsicher auf den Punkt, welche Akteure am Werk sind und beschreibt eben auch aktiv, was sie tun.


Statt: Ich werde von meinem Kunden angerufen. Besser: Mein langjähriger Kunde ruft mich an.

Statt: Das Jahresergebnis wurde verbessert. Besser: Wir haben unser Jahresergebnis verbessert.

Statt: Die Bewerberinnen und Bewerber werden bei uns innerhalb von zwei Tagen informiert. Besser: Wir informieren unsere Bewerberinnen und Bewerber innerhalb von zwei Tagen.

 

2. Gebe ich abgedroschene Phrasen zum Besten oder formuliere ich unverwechselbar?

Sind Formulierungen wie 'grünes Licht geben', 'den roten Teppich ausrollen', 'die Herzen höherschlagen lassen' und 'auf Wolke sieben schweben' in Ihren Texten? Dann raus damit. Solche Botschaften sind tausendfach verbraten.

Schreiben Sie einzigartig. Überraschen Sie. Analysieren Sie messerscharf, was Sie wirklich vermitteln wollen und benennen Sie das auch so; und zwar mit Ihren eigenen Worten.

Statt: Wir geben grünes Licht für die neue Autobahn.
Besser: Von 0 auf 100: Startschuss für den Bau der neuen Autobahn.

Statt: Ein Mann wie dieser lässt die Herzen höherschlagen.
Besser: Lässig wie James Dean betritt Mr. X den Raum.

Statt: Den roten Teppich ausrollen.
Besser: Ein Empfang, der Stars und Sternchen Schlange stehen lässt.

 

3. Bin ich kreativ in meiner Wortwahl oder verblasst mein Text in Beliebigkeit?

Nehmen Sie sich Zeit, bewusst Wörter aufzuspüren, die Ihren Text unverwechselbar und treffend machen. 

Online-Portale wie woxikon.de unterstützen Sie dabei, Alternativen, also: Synonyme, zu recherchieren und sich inspirieren zu lassen.

Beispiel 1: das Wörtchen 'gut'. Texten Sie statt: Gestern habe ich mich gut gefühlt. Besser: Gestern habe ich mich erleichtert/ zufrieden/ glücklich/ euphorisch/ beschwingt/ vergnügt/ happy/ entspannt/ federleicht/ quietschfidel gefühlt.

Beispiel 2: das Verb 'durchführen' ist das Lieblingsverb der Beamten. Formulieren Sie statt: Mein asiatischer Gewürzhändler war gerade dabei, eine Bestückung seines Marktstandes durchzuführen. Besser: Mein asiatischer Gewürzhandler stapelte Paprikapulver, Nelken, Anis, Curryblätter und Zimtstangen.

Beispiel 3: das Hauptwort 'Dinge'. Es ist vielfach einsetzbar und gleichzeitig nichtssagend. Schreiben Sie statt: Es gibt Dinge in Indien, die ich nicht verstehe. Besser: Es gibt Rituale/ Zeremonien/ Traditionen/ Sitten/ Bräuche in Indien, die ich nicht verstehe.

 

4. Formuliere ich punktgenau oder verliere ich mich in Worthülsen?

Wie oft lesen Sie in Broschüren oder auf Corporate Websites 'Innovation', 'Professionalität', 'Internationalität', 'Kundennähe' oder 'Exzellenz' et cetera? Ja, genau. Sehr oft. Genauso beliebig wirken diese Wörter. Nichtssagend. Belanglos. Die ehrenwerte Absicht der Urheber*innen, deren Spitzenqualität zu transportieren, ändert überhaupt nichts daran. Benennen Sie konkret, wofür diese Werte stehen. 

Fragen Sie sich 

  • Welchen Nutzen bieten wir unseren Kunden? 
  • Woran erkennen unsere Kunden, dass wir diese Werte leben? 
  • Wie verhalten wir uns, wenn wir innovativ, professionell, exzellent und international auftreten? 
  • Was heißt das konkret? 

Also formulieren Sie statt: Zum Jahreswechsel starten wir mit einer Innovation für unsere Stammkunden. 

Besser: Zum Jahreswechsel starten wir mit einer App, die unsere Stammkunden dabei unterstützt, Achtsamkeitsübungen spielerisch in den Alltag zu integrieren. 


5. Punkte ich mit aussagestarken Verben oder bewege ich mich im sprachlichen Einheitsbrei?

Filtern Sie Tun-Wörter wie 'tun', 'machen', 'durchführen', 'stattfinden' oder 'zur Verfügung stellen oder stehen' aus Ihrem Geschriebenen. Diese Wörter langweilen. 

Lösen Sie Kopfkino aus. Etwa so: Variieren Sie mit Verben, die den somatischen, visuellen und auditiven Wahrnehmungstypen beglücken. Dann begreifen die User, was Sie meinen. Sie sehen ein, warum Sie so und nicht anders argumentieren und betrachten das Thema von einer anderen Seite. Die Wirkung: Es rattert so lange in deren Köpfen, bis es klick macht. 

Zum Hintergrund: Somatische Typen legen gerne Hand an und betätigen sich körperlich. Visuelle Typen lieben Illustrationen, Fotos und Grafiken, die das Auge erfreuen. Auditive Menschen hören aufmerksam zu und reagieren auf akustische Signale. Versierte Schreiber picken sehr bewusst  Wörter aus ihrem reichen Wortschatz, die Menschen mit allen Sinnen erreichen.

 

Wirken Sie wortwörtlich. 

Ihre und Eure

Susanne Kleiner

 

 

 

 

 

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